Wanderparkplatz an der Fuchsfarm - Eingangstor - Mülverstedter Chaussee - Standort ehemalige Fuchsfarm - Schutzpavillon im Brunstal - Kehre - Baumwurzel - Schutzpavillon im Brunstal - Brunnen - Wanderparkplatz an der Fuchsfarm
Unmittelbar hinter dem Wanderparkplatz an der Fuchsfarm zeigt eine große Tafel die 23 Stationen, die bei dieser Tour erwandert werden und die allesamt zum Innehalten ermutigen. Nachdem wir das hölzerne Eingangstor (Station 2) durchschritten haben, folgen wir der Mülverstedter Chaussee, einem Asphaltweg (Station 3). Bald darauf stehen wir vor einer Sanduhr (Station 4). An der Station 5 treffen wir erstmals auf Dichter- und Denkerworte.
Diese zeigen welches innige und respektvolle Verhältnis namhafte deutsche und ausländische Naturwissenschaftler, Philosophen und Dichter zur Natur und insbesondere zum Wald hatten.
Wenig später treffen wir auf den Standort der ehemaligen Fuchsfarm. Station 6 mahnt uns die Bewohner des Waldes zu respektieren, die oftmals nicht zu sehen sind. An einer Schutzhütte kreuzen sich die Wege. Wir folgen linksabbiegend einem Schotterweg. Station 7 zeigt uns, dass wir uns mit dem Waldboden auf Augenhöhe befinden. Von dort durchschreiten wir ein Palisadenlabyrinth und gelangen zu einem Schutzpavillon im Brunstal.
Wir bleiben auf der Mülverstedter Chaussee und erleben weitere Dichter- und Denkerworte (Station 8).
Stellvertretend sei hier der US-amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson (1803 – 1872) genannt: „Die größte Wohltat, die uns Felder und Wälder gewähren, ist die Idee einer geheimen “Verwandtschaft“ zwischen dem Menschen und der Pflanzenwelt. Ich bin nicht allein und unerkannt. Sie neigen sich mir zu, und ich neige mich ihnen zu.“
An einer Bank vorüber erreichen wir die Station 9 mit „Der künstlerische Blick“. Anschließend lässt Arthur Schopenhauer an Station 10 nach vorne schauen“. Nachdem wir die Station 11 (Palisade) hinter uns gelassen haben, verlassen wir die Mülverstedter Chaussee und halten uns links. An der Kehre (Station 12) haben wir den Scheitelpunkt unseres Weges erreicht.
Dabei ändert sich unsere Richtung nun um 180 Grad. Betrachten wir die klimatische Entwicklung unseres Planeten, so ist im übertragenen Sinne auch eine solche Wendung durch uns Menschen notwendig. Schon der griechische Philosoph Heraklit mahnte zur Umkehr: „Weisheit ist, Wahres zu sagen und zu handeln gemäß der Natur im Horchen auf sie.“
An der Station 13 erwartet uns erneut Dichter-und Denkerworte.
Diese stammen von Gusto Gräser (1879 - 1958), einem deutsch-österreichischen Künstler und Aussteiger. Eine Zeile von ihm lautet: “Zu des Baumes werde tiefem Schweigen horche still! Seinen Urwuchs lasse überzeugen dein Gefühl! Übe du mit deines Urtheils Fühlen zu gehorchen jenem wilden Willen, tief und still.“
Station 14 zeigt uns eine beeindruckende Baumwurzel.
Auch Wilhelm Busch hat sich mit diesem Thema befasst: „Auch das kleinste Ding hat seine Wurzel in der Unendlichkeit, ist also nicht völlig zu ergründen."
Anschließend lädt uns die Station 15 zu einem Blick in den Wald ein.
Bei seinem Gedicht über eine Wanderung im Tessin stellte Hermann Hesse dazu fest: „Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren noch Rezepte. Sie predigen, um das Einzelne unbekümmert, das Urgesetz des Lebens“. Bereits 100 Jahre zuvor schien der Lyriker Friedrich Hölderlin in seinem Gedicht „An den Baum“ zu ahnen, was auf unsere Wälder durch den Klimawandel zukommt: „Glücklicher Baum! Wie lange, wie lange könnt ich noch singen. Und vergehen im Blick auf dein erhebendes Haupt.“
Die Station 16 lässt uns in den Himmel blicken.
Hier geht es also nicht darum, wie gewohnt von einem Aussichtsturm von oben herab auf die Natur zu blicken, sondern ehrfurchtsvoll von den unteren Ästen zu den Wipfeln der Bäume aufzuschauen.
Dichter- und Denkerworte erwarten uns auch an der Station 17.
Die Achtung vor den Bäumen bringt auch Alexander von Humboldt zum Ausdruck: „Habt Ehrfurcht vor dem Baum – er ist ein einziges Wunder.“
Auch Station 18 (Auf dem Holzweg) regt zum Nachdenken an. Passend dazu kreuzen sich hier einige Wege.
Sie zeigt uns auf, wie leicht es ist, auf den Holzweg zu gelangen, wenn man in Zeiten materiellen Wohlstandes nicht Maß hält und nicht im Einklang mit der Natur lebt.
Nachdem Station 19 als Abstecher zu einem Verhau führt, weist die Station 20 auf den Zyklus hin.
Während die heutige Zivilisation stets nach Fortschritt und Wachstum strebt, denken die sogenannten Naturvölker auf ständig wederkehrende Zyklen wie Jahreszeiten, Aussaat und Ernte sowie Werden und Vergehen.
Anschließend erreichen wir wieder den Schutzpavillon im Brunstal, wo sich die Wege gabeln. Der nun etwas schmalere Weg führt uns zu einem Brunnen, der als Sinnbild des Geheimnisvollen gilt (Station 21).
An der Station 22 erreichen wir eine Schutzhütte, an der wir Rückschau über diesen herrlichen Weg halten können.
Sören Kirkegaard, dänischer Philosoph und Theologe, schrieb einst nieder: „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muss man es vorwärts.“
Durch das hölzerne Tor gelangen wir wenig später wieder zu unserem Ausgangspunkt am Wanderparkplatz Fuchsfarm.