Alte Streuobstwiese
Zunächst läuft man durch eine alte Streuobstwiese, die seit der Nationalpark-Gründung nicht mehr genutzt wird. Im Frühling von Tausenden Blüten verzaubert, reifen über Sommer und Herbst die Früchte, im Winter stehen kahl und erstarrt fast 100-jährige, knorrige Baumgestalten. Arten wie Grünspecht, Gartenrotschwanz, Wacholderdrossel oder Igel leben hier, auch Reh und Rothirsch erfreuen sich im Herbst an den herabgefallenen Früchten.
Erosionsgraben
Im Mai lockt hier ein weißes Blütenmeer aus Bärlauch weiter in den Wald hinein. Breit und tief durchzieht ein Erosionsgraben den Wald. Der Weg führt an einer Rotbuche vorbei, die rundherum mit den Fruchtkörpern des Zunderschwammes bewachsen ist. Entlang des Weges sieht man jede Menge liegendes und stehendes Totholz.
Offenfläche
Aus dem Wald heraus gekommen, überblickt man eine ehemalige Schießbahn, die hier zur militärischen Nutzung angelegt wurde. Irgendwann wird sich der Buchenwald diese Fläche zurückerobert haben. Im Nationalpark wird in natürliche Prozesse nicht eingegriffen. Die Natur kann sich ganz nach ihren eigenen Regeln entfalten. Rosen sowie Schwarz- und Weißdorn besiedeln das Offenland. Der Neuntöter späht von seiner dornigen Warte aus nach Insekten-Beute, der Baumpieper setzt zum Singflug an, die Goldammer ruft. Im Sommer kann man neben rosa Tausendgüldenkraut auch die rosa-weiß gefleckten Blüten des Fuchsschen Knabenkrautes entdecken.
"Kellerloch"
Der Weg schlängelt sich vorbei am "Kellerloch", einer Erdfallsenke. Wer genau hinsieht, kann 50 m weiter die sich noch abzeichnenden Wälle der Hünenburg erkennen, einer spätmittelalterlichen Sperranlage. Wüstungen wie die der Siedlung Graverode und Hünengräber tief im Wald sind nur für das erfahrene Auge erkennbar und zeugen von einer frühen menschlichen Nutzung des Ortes, die jedoch nie von Dauer war.
Hünenteich
Der Hünenteich ist ein wichtiger Lebensraum: Im Frühsommer erscheinen entlang des Ufers die prächtigen hellgelben Blüten der Wasser-Schwertlilie. Bergmolche und andere Amphibien nutzen den Hünenteich als Laichgewässer. Duftende Wasserminze säumt den Uferbereich.
Erlenbruch
Der Rotbuche ist es an dieser Stelle zu nass; Schwarz- und Grau-Erle können hier überdauern. Die aufgrund des wechselnden Wasserstandes ausgebildeten Stelzwurzeln tragen eine Besonderheit in sich: In den kugeligen Wurzelknöllchen leben Strahlenpilze in Symbiose mit der Erle, die Luftstickstoff binden können. Gut stickstoffversorgt mit den "Füßen im Wasser", strotzen ihre Blätter im Sommer prächtig grün vor Kraft.