Wenn jeder Käfer zählt: Fachwelt trifft sich zum Runden Tisch Naturschutz

Runder Tisch Naturschutz 2026

Beim „Runden Tisch Naturschutz 2026“ kamen Ende März zahlreiche Fachleute im Naturpark zusammen, um aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Projekte im Natur- und Artenschutz zu diskutieren. Die Bandbreite reichte von beeindruckenden Insektenfunden über dramatische Gefahren für Weißstörche bis hin zu bundesweiten Biodiversitätsprojekten.

Runder Tisch Naturschutz im Naturparkzentrum Fürstenhagen
Runder Tisch Naturschutz im Naturparkzentrum Fürstenhagen; Bild: Lena Nolte

Zusammenarbeit und Wissenstransfer – Fachleute beraten sich beim Runden Tisch Naturschutz im Naturparkzentrum Fürstenhagen.

Am 30. März 2026 fand der diesjährige „Runde Tisch Naturschutz“ mit zahlreichen Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis statt. In vielfältigen Fachvorträgen wurden aktuelle Forschungsergebnisse, Projekte und Herausforderungen im Naturschutz vorgestellt und diskutiert.

Eindrucksvoll waren die Ergebnisse zur Insektenwelt im jüngsten Naturschutzgebiet Thüringens „Stein-Rachelsberg“: Innerhalb eines Wochenendes konnten über 2.100 Insekten nachgewiesen werden – darunter allein 921 Käferarten. Innovative Methoden wie sogenannte „Autokescher-Fahrten“ ermöglichen dabei neue Einblicke in die Vielfalt der Fluginsekten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass weiterhin gezielte Nachweise seltener Arten notwendig sind.

Besonders bewegend waren die Ausführungen zur Entwicklung des Weißstorchbestandes in Thüringen. Neben Faktoren wie Klimaveränderungen und Nahrungsmangel stellt insbesondere Plastikmüll eine zunehmende Gefahr dar. Vor allem Gummiringe, die über den Biomüll in die Umwelt gelangen, führen immer häufiger zum Tod von Jungvögeln – ein Problem, das dringenden Handlungsbedarf verdeutlicht.

Weitere Beiträge beleuchteten unter anderem den Zustand der Gelbbauchunke in Westthüringen, die Bedeutung von Weidetierhaltung für artenreiche Kulturlandschaften im neuen BfN-Projekt „Weidetiere schaffen Landschaft“ sowie die langfristige Entwicklung von Waldökosystemen. Auch Projekte zur Förderung der Biodiversität im Ackerland und die Bedeutung von Kalktuffquellen als besondere Lebensräume wurden vorgestellt.

Die Naturparkverwaltung engagiert sich seit vielen Jahren für den Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft und ihrer biologischen Vielfalt. Mit Formaten wie dem „Runden Tisch Naturschutz“ fördert er den Austausch zwischen Fachleuten, stärkt regionale Netzwerke und setzt Impulse für einen nachhaltigen Natur- und Artenschutz.

Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich Naturparkleiterin Claudia Wilhelm bei allen Beteiligten für den intensiven und gelungenen fachlichen Austausch.

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