Renaturierungsprojekt „Werraschleife“

Das Tal der Werra zwischen Frankenroda und Falken wird abschnittsweise renaturiert, um eine naturnahe Flusslandschaft wiederherzustellen und Lebensräume für eine auentypische Fauna, Flora und Vegetation zu schaffen.

Der 2015 abgeschlossene 1. Abschnitt der Auenrenaturierung. Hier 2017 aus der Vogelperspektive aufgenommen.

Erwerb und Entwicklung von Landflächen im Bereich der Werraschleife zwischen Falken und Frankenroda

Der Fluss Werra ist landschaftsprägend für einen bedeutenden Teil des Naturparks. Das Werratal zwischen Frankenroda und Falken ist dabei der einzige Werraabschnitt, der nicht von einer öffentlichen Straße begleitet wird. Gemeinsam mit den weitgehend unbewirtschafteten Waldhängen, ist hier eine für Thüringen einzigartige Landschaft ausgebildet, mit einem hohen Potential für den Natur- und Artenschutz. Schon früh war man sich daher darüber klar, dass dies eine Kernzone des Naturparks werden muss. 

Noch 1995 wurde der betreffende Talabschnitt der Werra intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die fruchtbaren Aueböden eigneten sich hervorragend für intensiven Maisanbau. Allerdings wurde der ungeschützte Boden bei den regelmäßigen Hochwässern samt Dünger und Agrochemikalien in die Werra gespült, was zur Werraverschmutzung erheblich beitrug.

Bis 2005 sind die Flächen, nun größtenteils in den Besitz des Freistaates Thüringen, in extensives Grünland umgewandelt. Die nun feste Grasnarbe schützt den Boden vor Erosion bei Hochwasser. Da nicht mehr gedüngt und gespritzt wird, werden auch keine Agrochemikalien in die Werra gespült. Der aufwachsende Galeriewald schützt zusätzlich vor Erosion.

Bis 2015 konnte, dank der Stiftung Naturschutz Thüringen, der 1. Abschnitt eins großen Naturschutzprojekts abgeschlossen werden. Ein bereits vorhandener Teich wurde saniert, ein Flussaltarm wiederhergestellt sowie eine Flutrinne und ein Wiesentümpel angelegt. 

Durch lokale Landwirte wird seitdem eine extensive Weidewirtschaft realisiert, was der Förderung typischer Vegetation und Arten der Auenwiesen dient. 

2021/22 wurde die Renaturierung des nördlich anschließenden Abschnitts des Werratals, mit der Reaktivierung von Flutmulden und ehemaligen Altarmen umgesetzt. 

Die Schaffung einer naturnahen Auenlandschaft mit Überschwemmungsflächen, Tümpeln, Auenwiesen, Auengehölze sowie strukturreiche Flussabschnitte, bieten Lebensraum für auentypische Tier- und Pflanzenarten. Viele Wasser- und Wiesenvögel, Amphibien, Fische und zahlreiche Insekten finden hier geeignete Lebensräume.

Die Wiederherstellung der ökologischen Einheit von Fluss und Aue ist auch ein effektiver und nachhaltiger Hochwasserschutz. Denn die Auen sind natürliche Rückhalteräume für Hochwasser.

Die Entwicklung der Fauna, Flora und Vegetation im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen, wird regelmäßig untersucht und dokumentiert.

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