
Der ehemalige Kolonnenweg aus Betonwaben entlang der Werra führt nach ca. 900 m direkt zum Aufschluß der ca. 4 m hohen Steilwand. Hier wurden die Schichten des Unteren Buntsandsteins (Prallhang) durch den Flußlauf der Werra angeschnitten. Der feste Sandstein ist an dieser Stelle tiefgründig verwittert und zerfällt an der Gesteinsoberfläche leicht zu Sand. Im Aufschluß bei Großburschla sind Flussschotter der Werra zu sehen, welche auf den Gesteinen des Unteren Buntsandsteins lagern. Die breite Talaue der Werra wird heute noch periodisch überschwemmt. Der Aufschluß gibt Auskunft über die jüngere geologische Entwicklung. Terrassenschotter sind Zeugen der Ablagerung während der Kaltzeiten des Pleistozäns (Eiszeitalter, Beginn vor ca. 1,6 Mio. Jahren und Ende mit dem Übergang zum Holozän vor ca. 8000 bis 9000 Jahren). Bei den Terrassenschottern südlich von Großburschla handelt es sich vermutlich um Untere Mittelterrassenschotter der vorletzten Eiszeit - der Saalekaltzeit (vor ca. 200.000 bis 130.000 Jahren). Eine Analyse der Schotterzusammensetzung zeigt hauptsächlich abgerollte und abgeflachte Sandsteine und wenig Kalksteingeröllen. Über den Terrassenschotter stehen Löß und Fliesserden der Weichselkaltzeit an. Auf der gegenüberliegenden Talseite bei Heldra wurden Schotter in höherem Niveau abgelagert. Diese enthalten unter anderem Gesteine des Thüringer Waldes und der Rhön. Weitere Untersuchungen bezüglich der Hoch-, Mittel- und Niederterrassen der Werra bringen sicherlich noch neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Landschaftsraumes während des Pleistozäns.
Wegebeschreibung: Von Treffurt wird auf der B 250 in Richtung Eschwege gefahren und links nach Großburschla abgebogen. Eine unmittelbar nach der Werrabrücke links abbiegende Straße befährt man bis zu deren südlichem Ende, hier kann geparkt werden.