
Tektonische Vorgänge während der Aufwölbung des Thüringer Waldes führten hier zur Steilstellung und Deformation der Schichten des Unteren Muschelkalks.
Zwischen Eisenach und Netra sank ein leistenartiges Stück der Erdkruste in die Tiefe; es entstand der Eisenach-Creuzburg-Netraer Graben. Zum Rand dieser geologischen Struktur gehört die Muschelkalk - Schichtrippe am Nordrand der Werraaue bei Hörschel. Von der Werra konnte dieser Felsriegel durchbrochen werden, weil das Flussbett einstmals in viel höherem Niveau und in weicheren Gesteinen entstand und dann beim Erreichen tieferer und härterer Schichten beibehalten werden musste.
Begrenzt wird dieses Durchbruchstal westlich vom Zickelsberg und östlich vom Hörschelberg. An deren Flanken neben der Straße sind die sonst verbogenen gefalteten und durch Klüfte aufgerissenen Kalksteinschichten sichtbar.
Eine solche Kluft wurde im Miozän - einer etwa 25 Millionen Jahre zurückliegenden Zeit vulkanischer Ereignisse besonders in der Rhön - von glutflüssigem Magma ausgefüllt. Im geologischen Fenster gegenüber dem Bahnsteig des Haltepunktes Hörschel ist dieser Basaltgang zu betrachten. Am Werradurchbruch bei Hörschel konzentrieren sich Verkehrsbauten, von denen die Autobahnbrücke (Länge 723 m, 12 Pfeiler, größter Pfeiler 80 m hoch über der Werra, Gründungstiefe bis 55 m) besonders beeindruckt. Am südlichen Werraufer in der Ortslage Hörschel beginnt der 168 km lange Rennsteig.
Wegebeschreibung: Die B 7 Richtung Eisenach wird hinter dem Baumarkt Deubachshof (Richtung Herleshausen) verlassen.
Nach Querung der Werraaue unterhalb der Autobahnbrücke A 4 an der Kreuzung ca. 20 m westwärts fahren, dann links auf Nebenstraße einbiegen, bei der Erläuterungstafel parken.