Artbeschreibung: Ein typisches Erkennungsmerkmal sind die großen, nach vorn gerichteten mächtigen Kieferklauen (Cheliceren). Die Tiere haben relativ kurze Beine, die nicht länger als ihr Körper sind. Sie sind meist braun oder braunschwarz gezeichnet und fast unbehaart. Weibchen können eine Länge von ca. 15 mm erreichen. Die Männchen sind meist kleiner und werden nur ca. 10 mm lang.
Lebensraum/Lebensweise/Biologie: Ihr bevorzugter Lebensraum sind offene Biotope. Besonders an südexponierten Hängen in Heidelandschaften, in trockenen Kieferwäldern, auf Trocken- und Halbtrockenrasen oder an Felshängen kommt sie vor. Die Spinnen leben in kleinen Kolonien, die aus über 200 Tieren bestehen können. Auf 1m² können mehrere Tiere ihre Wohnbehausung haben. Zu ihrer Beute zählen u.a. Tausendfüßer, Asseln und Käfer. Tapezierspinnen können ein hohes Alter von über 10 Jahren erreichen.
Verbreitung: In Süddeutschland wie auch in Mitteldeutschland ist die Art nicht selten. Durch ihre versteckte Lebensweise wurde die Art oft übersehen. Im Naturpark befinden sich Vorkommen auf südexponierten Trocken- und Halbtrockenrasen im Obereichsfeld und im Werratal.
Gefährdung und Schutzmaßnahmen: Durch die Aufgabe der Nutzung des Ödlandes, und damit einhergehender Verbuschung der Rasenfläche, findet die Tapezierspinne keinen Lebensraum mehr. Das Offenhalten von Lebensräumen der Tapezierspinne, z.B. durch Schafbeweidung, ist für ihre Erhaltung sehr wichtig.
Besonderes (Verhaltensmerkmale): Tapezierspinnen leben als Einzelgänger in selbst gegrabenen Röhren. Ihre Wohnbehausung kleiden sie völlig mit Seide aus. Dieses Seidengespinnst sieht aus wie ein kleiner Schlauch. Im Erdreich kann der so genannte Wohnschlauch eine Länge von bis zu 45 cm Länge erreichen. Aus der Erdoberfläche ragt mit ca. 17 cm Länge der Fangschlauch heraus. Nachts kriechen die Spinnen aus ihrem unterirdischen Wohnbereich zum oberirdischen Teil, wo sie im Schlauchende auf vorbeiziehende Beute lauern.