Silberdistel - Carlina acaulis

Artbeschreibung: Die Silberdistel hat nur einen ca. 5 bis 12 cm breiten Blütenkopf, der direkt auf dem Boden aufsitzt. Die Blüte erscheint im Juni bis September. Sie besteht aus weißen bis bräunlichweißen Röhrenblüten. Die inneren Hüllblätter sind trockenhäutig, länglich und strahlend weiß.

Silberdistel
Silberdistel

Lebensweise / Ökologie: Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Bienen, Hummeln, Käfer). Käfer, Vögel oder der Wind breiten die lichtkeimenden Samen aus. Sie bildet Pfahlwurzeln und gelangt so an tiefe Wasserressourcen. Die licht- und wärmeliebende Pflanze bevorzugt kalkhaltige Substrate. Sie wächst in heute selten gewordenen Magerweiden und -rasen, lichten Kiefernwäldern, an Böschungen und Hängen vor allem in höheren Lagen.

Verbreitung: In Deutschland sind mehrere Rassen nachgewiesen, wovon C. acaulis ssp. simplex die thüringischen Hügelländer (Schwerpunkt Muschelkalkgebiete) umfasst. Im Naturpark befinden sich die Hauptvorkommen der Art im Werratal und im Hainichvorland, zum Beispiel bei Craula.

Gefährdung und Schutzmaßnahmen: Nicht wenige Silberdistel-Vorkommen sind durch das Ausbleiben der Schafbeweidung bedroht. Die zunehmende Verbuschung ist eine der Hauptursachen, die zum Verschwinden der Art führen. Die getrockneten Blütenköpfe sind auch beliebte Souvenirs der Wanderer.

Besonderes: Die Silberdistel ist eine typische Hutungspflanze, sie wächst auf mageren Standorten und wehrt sich gegen das Abweiden durch Stacheln. Gegen Überhitzung schützt die spinnwebartig-wollige Unterseite der Rosettenblätter. Sie wird auch als Wetterdistel bezeichnet. Bei feuchter Witterung bewegen sich die trockenhäutigen Blütenhüllblätter nach innen, bei Lufttrockenheit spreizen sie sich weit nach außen. Schafe und Rinder meiden die Pflanze, doch Schweine fressen die Wurzeln gern.