Schlüsselblume - Primula elatior

Artbeschreibung: Die Hohe Schlüsselblume oder auch Waldprimel erreicht eine Höhe von 10 – 30 cm. Aus einer Blattrosette erheben sich von März bis Mai blattlose Schäfte mit einer Dolde von 5 bis 15 Blüten. Die Blüten sind gleichmäßig schwefelgelb, im Gegensatz zu den goldgelben, orangegelb gefleckten Blüten der Wiesen-Schlüsselblume.

Lebensweise / Ökologie: Die Waldprimel wächst auf nährstoffreichen Wiesen, in Gebüschen, Bruch- und Auenwäldern sowie lichten Laub- und Tannenwäldern. Als Frühlingsblüher nützt sie das Licht, bevor das Blätterdach völlig geschlossen ist und es im Wald dunkel wird. Sie hat in ihren Rhizomen (unterirdische Sprosse) Vorräte für den schnellen Start im Frühjahr gespeichert. Wenn man die Blüten verschiedener Pflanzen öffnet, so sieht man, dass es zwei verschiedene Blütentypen gibt. Einmal sitzen die gelben Staubblätter am Eingang und der Griffel im hinteren Teil, dann wieder ist es umgekehrt. So wird eine Selbstbestäubung verhindert. Die Schlüsselblume wird von Insekten (Bienen, Hummeln) bestäubt.

Verbreitung: Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich durch das mittlere Europa bis zum Ural und über den Kaukasus nach Armenien bis zum Altai. Sie ist von der Ebene bis ins Gebirge zu finden, in den Alpen bis 2200 m. In den Buchen- und Buchenmischwäldern des Naturparks gehört die Art zum Frühlingsaspekt.

Gefährdung und Schutzmaßnahmen: Einerseits verringert sich der Lebensraum. Zum anderen werden Schlüsselblumen wegen ihres attraktiven Aussehens und als Medizinalpflanze viel gesammelt. Auf Grund des Rückgangs der Art zählt sie heute zu den geschützten Arten.

Besonderes: Die getrockneten Blüten haben einen honigartigen Duft und süßlichen Geschmack. Sie werden für die Teezubereitung genutzt. Dieser Tee ist ein ausgezeichnetes nerven- und herzstärkendes Mittel und lindert nervöse Kopfschmerzen. In der Wurzel enthaltene Saponine werden bei festsitzendem Husten mit großem Erfolg eingesetzt.