"Grüne Band" Projekte im Naturpark

SABINE PÖNICKE, Naturpark Eichsfeld–Hainich–Werratal

Schon kurz nach dem Fall der Mauer wurden die ersten Weichen gestellt den einzigartigen Naturraum, der sich im ehemaligen Grenzbereich fast unbemerkt entwickelt hat, auch für die Zukunft zu sichern. Thüringen hat mit 763 km den längsten Abschnitt am Grenzstreifen und sieht sich daher in besonderer Verantwortung. Bereits Mitte der neunziger Jahre wurden durch die Landesregierung mit der Einrichtung von Naturparks die Weichen für einen großräumigen Gebietsschutz gestellt. Es wurden Arbeitsgruppen der Landentwicklung gebildet, die sich für die Erhaltung und die Entwicklung des „Grünen Bandes“ engagieren. Gemeinsam wurde ein Konzept erarbeitet, dessen folgende 5 Leitziele die wichtigsten Eckpunkte markieren:

1. Die Natur hat Vorrang.
2. Für künftige Generationen soll dieser Teil deutscher Geschichte sichtbar und begreifbar 
    gemacht werden.
3. Die wirtschaftlichen Potentiale des „Grünen Bandes“ sollen auch für Fremdenverkehr und
    Naherholung nutzbar gemacht werden.
4. Die komplizierten Eigentumsverhältnisse sind zügig zu klären und neu zu ordnen.
5. Die künftige Landnutzung muss nachhaltig, möglichst konfliktfrei und im Konsens mit den
    Menschen gestaltet werden.

Waren es bisher nur kleine lokale Projekte, die in den 21 Grenzgemeinden gemeinsam umgesetzt wurden, so liegt das an der unzureichenden Klärung der komplizierten Eigentumsverhältnisse.

Im Naturpark befinden sich derzeit zwei Großprojekte in Vorbereitung, die Hoffnung machen, dass dieses Problem überwunden werden kann und ein großräumiger, länderübergreifender Biotopverbund möglich wird. Beide zusammen: das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld“ und das Entwicklungs - und Erprobungsvorhaben „Erlebnis Grünes Band Werratal – Eichsfeld“ decken dann den gesamten 94 Kilometer langen Grenzstreifenverlauf im Naturpark ab.
In beiden Großprojekten bringt die Naturparkverwaltung ihre jahrelangen Erfahrungen in den Bereichen Naturschutz, Regionalentwicklung, Tourismus und Umweltbildung, aber vor allem ihr Netzwerk regionaler Partner mit ein.

Konkreter Beitrag des Naturparks ist zum Beispiel die Vorbereitung landschaftspflegerischer Maßnahmen mit den Betrieben der Landwirtschaft, um die Beweidung im Grenzstreifen überhaupt erst zu ermöglichen. Ein Modellkonzept zur länderübergreifenden Beschilderung der Wanderwege und zur Erstellung lagegenauer Wanderkarten, Infopavillons an abgestimmten touristischen Knotenpunkten und deren Vermarktung über die Tourismuswirtschaft sind weitere Beiträge des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal.
Besonders Landtourismus als Wirtschaftszweig ist von der Existenz intakter Natur- und Kulturlandschaften abhängig. So wird mit Umsetzung der beiden länderübergreifenden Initiativen schon mittelfristig von einem steigenden Erlebnis- und Erholungswert in der Grenzregion ausgegangen, der sich in höheren Erlösen aus dem ländlichen Tourismus und den damit verflochtenen Wirtschaftsbereichen niederschlägt: Arbeitsplätze in Naturschutz, Gastronomie, Lebensmittelverarbeitung - und handel, Handwerk und Gewerbe - also ein echter Beitrag, die Naturparkregion insgesamt als ökologische Wirtschaftsregion zu stärken.

Naturschutzgroßprojekt Eichsfeld – Werratal erfolgreich angelaufen!

Nach langer Beantragungs –und Bewilligungsphase - das Projekt ist das drittgrößte Naturschutzgroßprojekt des Bundes und das erste Projekt, dass sich über die Grenzen von drei Bundesländern – Thüringen, Niedersachsen, Hessen – erstreckt – geht es nun unter Trägerschaft der Heinz Sielmann-Stiftung in die breite öffentliche Beteiligung. Ihre Ideen und ihre Mitwirkung ist gefragt: Sie können sich unter
http://www.naturschutzgrossprojekt-eichsfeld-werratal.de/
über den Fortgang des Projektes informieren und sich sogleich über das Gästebuch beteiligen!