Großer Abendsegler - Nyctalus noctula

Artbeschreibung: Die Spannweite seiner schmalen Flügel erreicht eine Länge von mehr als 40 cm. Die Schnauze und die Ohren sind relativ kurz. Die dunkle Flughaut an den Hinterbeinen und um den Körper ist dicht beharrt. Das kurzhaarige Fell ist auf der Oberseite rot-goldbraun und auf der Unterseite gelbbraun.

Besonderes (Verhaltensmerkmale): Der Große Abendsegler orientiert sich beim Nachtflug wie alle anderen Fledermäuse mit Hilfe eines Ultraschall-Echoortungssystems. Er sendet im Kehlkopf erzeugte kurze hochfrequente Orientierungslaute oder Peillaute durch die Nacht. Von Gegenständen, Hindernissen oder potentieller Beute werden die ausgesendeten Schallwellen reflektiert. Die großen Ohren dienen als Empfang. Er ist damit in der Lage, ohne Sehapperat (Augen) bei völliger Dunkelheit zu fliegen und Beute zu fangen. Auch seine Flugleistung ist bemerkenswert: Spitzengeschwindigkeiten von über 50 km/h können erreicht werden.

Lebensraum/Lebensweise/Biologie: Der Großer Abendsegler kommt sowohl in Wäldern als auch im Offenland vor, besonders dort, wo sich alte Baumbestände befinden. Alte Baumhöhlen, oft zuvor durch Spechte entstanden, sind seine Sommerquartiere. Sie können auch gleichzeitig als Winterquartier dienen. Oft überwintern die Tiere beider Geschlechter zu Hunderten, in Trauben hängend, eng aneinander an ihren Überwinterungsplätzen. Als Nahrung dienen Schmetterlinge und Käfer. Aber auch Mückenarten oder andere kleinere schwärmende Insekten stehen auf seinem Speisezettel.

Verbreitung: In Deutschland ist die Art nur in den nördlichen Landesteilen häufiger vertreten. Die meisten Beobachtungen in Thüringen gelangen im Norden und Westen des Landes. Im Naturpark sind im Werratal und im Obereichsfeld nur Einzelfunde bekannt.

Gefährdung und Schutzmaßnahmen: Alte Baumbestände in den Wäldern werden immer seltener. Deshalb sollten auch in forstwirtschaftlich intensiv genutzten Wäldern stehendes Totholz oder Altholzinseln vorhanden sein. In den Siedlungen werden oft bei Umbauarbeiten ehemalige Fledermausquartiere wie Nischen, Ritzen oder Spalten verschmiert oder verdichtet. Das Beste wäre, solche Quartiere einfach offen zulassen. Wenn dies nicht möglich ist, könnte das Anbringen von speziell gefertigten Fledermauskästen Abhilfe schaffen.