Die Geologische Route durch den Naturpark

Mit der Geologischen Route wollen wir Ihnen – vor Ort, in der Natur – Einblicke in die erdgeschichtliche Entwicklung geben. Wir haben für Sie eine Route mit 19 repräsentativen Ausschnitten aus unserer Erdgeschichte zusammengestellt. Sie können die Route als informativen Tagesausflug durch den gesamten Naturpark nutzen, oder einzelne Punkte bei Ihren Wanderungen aufsuchen. Die Geologische Route führt Sie zu Dolomitfelsen, Grabenknoten, dem Lutter-Wasserfall, den Nordmannsteinen, einer Salzwiese, einem eindrucksvollen Keuperaufschluss, einem Erdfall und vielem mehr. Die begleitende Broschüre kann über den Buchhandel, die Informationsstellen des Naturparks und die des Nationalparks bezogen werden.

Im Gebiet des Naturparks treten überwiegend Gesteine an die Oberfläche, die sich zur Zeit der Trias vor ca. 205 - 250 Millionen Jahren bildeten. Die Begriffe Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper bezeichnen keine Gesteine, sondern Gesteinsfolgen, die aus verschiedenen Gesteinen zusammengesetzt sind. Die Sand- und Tonsteine des Buntsandsteins sind aus Ablagerungen von Flüssen und Seen unter trocken-warmem Wechselklima entstanden. Vorwiegend tonige Schichten mit Gipslagen des Oberen Buntsandsteins wurden unter zeitweiliger Meeresbedeckung abgelagert. Die Gesteine des Muschelkalks entstanden größtenteils durch Verfestigung von Kalkschlamm eines nicht sehr tiefen Binnenmeeres. Aus Ablagerungen von Flüssen, Sümpfen, Seen und zeitweiligen Meeresvorstößen gingen die verschiedenartigen Schichten des Keuper hervor. In den Tälern, auf flachen Hängen und Hochflächen sind die älteren Gesteine von oft nicht sehr mächtigen jüngeren, vorwiegend eiszeitlichen Ablagerungen bedeckt: Flussschotter, Löss (eine Windablagerung) und als Fließerden verlagerte Schuttbildungen.

Die Gestalt des heutigen Oberflächenreliefs wird weitgehend von der geologischen Struktur bestimmt. Die Ränder des Thüringer Beckens sind wie die Ränder einer flachen Schüssel aufgebogen, die relativ harten Schichten des Muschelkalks verursachen meist Schichtstufen. Der Hainich aber hat die Struktur einer Aufwölbung: die Schichten sind nicht nur zum Thüringer Becken, sondern auch auf der Gegenseite hangabwärts geneigt. Im oberen Eichsfeld sind die Schichten recht flach gelagert, das Landschaftsbild ist durch eine stärkere Zertalung belebt. Der Untere Muschelkalk bildet Steilstufen, der Trochitenkalk an der Basis des Oberen Muschelkalks eine weitere kleine, aber deutliche Schichtstufe. Am Südwestfuß des Hainichs über Nazza, dann weiter über Diedorf, Hildebrandshausen, Rüstungen, Fretterode, Bornhagen verläuft eine große Bruchzone, auf der sich Verschiebungen vollzogen: die Eichenberg - Saalfelder Störungszone. In ihr sind verbreitet Schichten des Keupers grabenartig eingesenkt und dadurch von der flächenhaften Abtragung verschont worden. 

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