Artbeschreibung: Die Küchenschelle hat blau- oder rotviolett gefärbte, glockenförmige Blüten mit gelben Staubblättern. Die Blüten stehen immer einzeln und erscheinen von März bis Mai. Die gefiederten Laubblätter der 10 bis 50 cm hohen Staude entwickeln sich erst während der Blütezeit. Vor Nachtfrösten schützt die stets vorhandene Behaarung der Blätter. Mindestens so schön wie die Blüten sind die Samenstände im Morgentau.
Lebensweise / Ökologie: Die Küchenschelle wächst in Trocken- und Magerrasen und auch in Kieferwäldern. Sie ist ein Tiefwurzler mit langen Pfahlwurzeln, mit deren Hilfe die Pflanze an Wasser in tieferen Bodenschichten gelangen kann. Sie ist eine Bienenblume, deren Samen mit dem Wind verbreitet werden.
Verbreitung: Beheimatet ist die Küchenschelle in den Trockenrasen sonniger Hänge von England und Nordfrankreich bis Südschweden und bis in die Ukraine. In Deutschland kann man sie in einigen Bundesländern verstreut oder selten antreffen. In Thüringen kommt sie verstreut vor. Im Naturpark gibt es einige Vorkommen im Werratal und im westlichen Hainichvorland.
Gefährdung und Schutzmaßnahmen: Die Gemeine Küchenschelle steht unter Naturschutz und zählt in Deutschland zu den gefährdeten Pflanzenarten. Die Hauptgefährdung liegt im zunehmenden Verschwinden ihres Lebensraumes. Die Pflanze braucht zum Gedeihen viel Sonne.
Besonderes: Alle Pflanzenteile sind giftig. In der Volksheilkunde hatten Küchenschellen einst große Bedeutung. Aus der Pflanze bereitete Arzneien wurden gegen Keuchhusten, Hautausschläge und Nervosität eingesetzt. Heute werden Pulsatilla-Präparate kaum noch genutzt.