Artbeschreibung: Der Frauenschuh ist eine einheimische Orchideenart. Auffällig sind die ein bis zwei großen Blüten mit der goldgelben, schuhförmig aufgeblasenen Lippe. Die übrigen Blütenblätter sind braunrot. Die ausdauernde Pflanze wird 15 bis 70 cm hoch und blüht im Mai und Juni.

Lebensweise / Ökologie: Der Frauenschuh wächst in wärmeliebenden Wäldern und Gebüschen. Die Halbschattenpflanze liebt kalkreichen Untergrund und reagiert empfindlich auf zu starke Beschattung. In lichten Kiefernforsten kann sie besonders zahlreich auftreten. Mit einer langen unterirdischen, mit Schuppen und dicken Wurzeln versehenen Grundachse wächst sie im Boden und ist befähigt, die ungünstige Jahreszeit zu überdauern.
Verbreitung: Die Verbreitung in Deutschland ist abhängig vom Vorkommen von Kalkgestein. Dies gibt es in Baden-Württemberg und Bayern, vor allem aber in Thüringen. Besonders reiche Bestände finden sich im Saalegebiet zwischen Rudolstadt und Jena. Im Naturpark gibt es einzelne Frauenschuh-Vorkommen im Werratal und im Obereichsfeld.
Gefährdung und Schutzmaßnahmen: Sowohl in Thüringen als auch in ganz Deutschland steht der Frauenschuh auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzenarten. Durch zunehmende Verbuschung und Wiederbewaldung sind viele ihrer Vorkommen in ihren Bestand bedroht. Deshalb sollten in Frauenschuh-Vorkommen regelmäßig Entbuschungsmaßnahmen erfolgen. Der Frauenschuh wird leider auch häufig als Gartenpflanze ausgegraben.
Besonderes: Der Frauenschuh ist eine Kesselfallenblume. Durch den Farbkontrast des leuchtend gelben Schuhs zum Braunrot der Blütenhüllblätter werden Insekten optisch angelockt. Sie rutschen in das Innere des Schuhs. Da die Wände steil und glatt sind, kommen sie auf diesem Wege nicht mehr aus dem Schlund. Doch ein lichtdurchlässiges Fenster im Schuh weist den Weg, und so kriechen sie an Staubblatt und Narbe entlang nach draußen. Sie nehmen entweder Pollen auf oder bestäuben die Blüte mit mitgebrachten Pollen anderer Blüten.