Punkt 6: Ehemaliger Bahneinschnitt zwischen Diedorf und Heyerode

Unterer Muschelkalk im ehemaligen Bahneinschnitt bei Diedorf
 
Der Untere Muschelkalk im
ehemaligen Bahneinschnitt bei Diedorf

In dem ca. 500 m langen Einschnitt ist fast der gesamte Muschelkalk angeschnitten, aber nicht durchgehend aufgeschlossen. Von Südost nach Nordwest (in Richtung Diedorf) kommt man in zunehmend jüngere Schichten. Gut aufgeschlossen ist im südöstlichen Abschnitt (Informationstafel) der größte Teil des Unteren Muschelkalks. Die grauen, unebenplattigen bis flaserigen, etwas tonigen "Wellenkalke" wurden als Kalkschlamm am Meeresgrund abgelagert, ihre "wellige" Struktur entstand erst bei der Gesteinsverfestigung. In die Wellenkalkfolge eingeschaltet sind mehrere festere und kompaktere Kalkbänke: die beiden Oolithbänke und die beiden Terebratelbänke. Sie ermöglichen es, einen Unteren, Mittleren und Oberen Wellenkalk zu unterscheiden. Diese "Bänke" sind eigentlich Pakete aus mehreren (Teil-)Bänken. Sie bestehen z.T. aus kleinen Rundkörperchen, deren Entstehung noch umstritten ist, z.T. aus Schalentrümmern, z.T. aus festem dichtem Kalkstein, der mitunter von gewundenen Bohrgängen durchzogen ist. Sie dürften auf Eichelwürmer zurückgehen und auf Hartgründe hinweisen, deren Verfestigung schon am Meeresgrund erfolgte.

Drei kleinere Bankbereiche treten innerhalb des Mittleren Wellenkalks auf, von denen die oberste, die "Subterebratel-" oder "Spiriferinabank" am deutlichsten hervortritt. Der obere Grenzbereich des Unteren Muschelkalks ist durch Bewuchs schlecht aufgeschlossen und möglicherweise gestört. Im Bereich des Mittleren Muschelkalks ist die Böschung verwachsen und die Schichten sind nicht aufgeschlossen. Erst die Basis des Oberen Muschelkalks, die vorwiegend dickbankigen Trochitenkalke, sind wiederum der Beobachtung zugänglich.
Trochiten (Seelilienstielglieder, "Bonifaziuspfennige") finden sich im unteren Teil. Darüber sind teilweise noch Ceratitenschichten aufgeschlossen, eine Wechsellagerung von Kalksteinplatten und Tonmergeln, genannt nach einer Ammonitengattung. Die Schichten sind im Nordosten sehr flach südwestlich geneigt und werden nach Südwest etwas steiler.

Wegebeschreibung: 300 m hinter dem Ortsausgang Diedorf beginnt links der Straße ein tiefer Einschnitt der 1912 eröffneten und 1969 stillgelegten Bahnlinie Mühlhausen - Treffurt. Auf der ehemaligen Bahntrasse führt jetzt ein Rad- und Wanderweg durch den Einschnitt. Eine bessere Zufahrt und Parkmöglichkeit bietet sich am entgegengesetzten Ende des Einschnitts, ein Stück weiter gegen Heyerode zu.